
Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wurde Joachim A. Wünning am 28. März 2025 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Verliehen vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und überreicht durch Martin Georg Cohn ehrt die Auszeichnung das Lebenswerk Wünnings. Erfindergeist und der Mut zur schnellen Umsetzung führten zu den herausragenden Erfolgen in Wünnings Karriere.
Exemplarisch für sein Wirken stehen nicht nur zahlreiche Erfindungen und Patente, sondern besonders deren globale Umsetzung und ihr enormer Beitrag zum Umweltschutz. Ohne Frage ragt hierbei besonders das FLOX® Verfahren heraus, für das Joachim A. Wünning gemeinsam mit seinem Sohn bereits im Jahr 2011 mit den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgezeichnet wurde, dem damals höchstdotierten Umweltpreis Europas.
Die sogenannte flammenlose Oxidation (FLOX®) ermöglicht es gesundheits- und umweltschädliche Stickoxidemissionen hocheffizienter Industriebrenner auf ein Minimum zu reduzieren und verändert seit seiner Entdeckung maßgeblich die globale Landschaft der industriellen Verbrennungstechnik.
Ein Lebenswerk voller Erfindergeist und Innovation
Joachim A. Wünning könnte in aller Ruhe auf ein Lebenswerk zurückblicken, das in so mancher Hinsicht seinesgleichen sucht. Doch statt in die Vergangenheit richtet sich auch heute, im Alter von knapp 95 Jahren, sein Blick weit in die Zukunft – gar deutlich weiter als er erwarten kann es selbst zu erleben.
Seine Mission ist es einen echten Beitrag zu leisten. Etwas zu hinterlassen, das die Welt nach vorne bringt im Kampf gegen den Klimawandel. Eine lebenswertere Zukunft zu schaffen, in der Industrie, Gesellschaft und Umwelt im Einklang existieren können.

Nur so kann man es erklären, dass er auch im hohen Alter noch immer täglich im Entwicklungslabor und am Schreibtisch an neuen Ideen und Erfindungen feilt, um diese anschließend in Rekordtempo in der Praxis umzusetzen. Sein Unternehmen WS Wärmeprozesstechnik GmbH hat er 1982 in Renningen gründete.
Er pflegt zu sagen:
„Die letzten 30 Jahre meiner Karriere waren die schönsten.“
Denn unterstützt von seinem Sohn und damit befreit vom Tagesgeschäft, das die Unternehmensführung mit sich bringt, konnte er sich seither ohne viel Ablenkung völlig seiner Entwicklungsleidenschaft widmen. So entstanden während seiner nunmehr drei Jahrzehnte andauernden „aktiven Rente“ weitere bahnbrechende Innovationen.
Der Spaltstromrekuperator und der Regenerativbrenner REGEMAT® für bislang unerreichte Wirkungsgrade zum Beispiel. Das schutzgasdichte Ofentransportsystem ROLLMOD® und die ölfreie Abschreckeinrichtung GASoFORM®. Und nicht zuletzt hocheffiziente Reformertechnologie im dezentralen Maßstab, mit deren Hilfe hochreiner Wasserstoff aus Biogas oder aus der Ammoniakspaltung erzeugt werden kann. Sogar FLOX®-2 ist bereits im Entstehen, eine Schlüsseltechnologie, um zukünftig grüne Brennstoffe sauber und effizient nutzbar zu machen.
Hocheffiziente und emissionsarme Beheizungstechnologie: Schlüsseltechnologie für die Industrie
Wünnings Wurzeln liegen historisch im allgemeinen Ofenbau. Erst im Alter von knapp 50 Jahren fokussierte er sich immer mehr auf die Beheizungstechnik für industrielle Hochtemperaturprozesse. Spätestens die Ölkrise machte ihm klar, welch enormes ökonomisches und vor allem ökologisches Potential in effizienterer Beheizungstechnologie steckt.
In der öffentlichen Wahrnehmung stand dieser Bereich im Zusammenhang mit Energie- und Umweltschutz damals wie heute nicht an allererster Stelle. Das ist nicht verwunderlich, denn während beispielsweise fast jeder täglich am Straßenverkehr teilnimmt, kommen nicht gerade viele Personen in unmittelbaren Kontakt zu Industrieöfen, die zahlreiche Güter auf Temperaturen von 1.000 °C und mehr erwärmen.
Dennoch spielt gerade die sogenannte Thermoprozesstechnik eine entscheidende Rolle für den Klimaschutz. Schließlich wird immerhin ein Drittel des gesamten Energiebedarfs der deutschen Industrie in Hochtemperaturprozessen umgesetzt. Der in der Thermoprozesstechnik im Wesentlichen verwendete Energieträger ist heute nach wie vor fossiles Erdgas, inzwischen gemeinhin anerkannt ein Auslaufmodell, sowohl aus politischen als auch aus Umweltschutzgründen.
Den damit beheizten Prozessen ist jedoch zu eigen, dass sie sich in vielen Fällen nicht oder nur sehr schlecht elektrifizieren lassen. Für hohe Temperaturen bleibt mit Strom als Energieträger nur die im Vergleich zu Wärmepumpen für Niedertemperaturanwendungen äußerst ineffiziente Widerstandsbeheizung. Viele Prozesse erfordern zudem eine ganzjährige unterbrechungs- und schwankungsfreie Versorgung rund um die Uhr, können also insbesondere der Erzeugungskurve erneuerbarer Energien nicht gesteuert folgen.
Hinzu kommt der noch auf Jahre hinweg hohe durchschnittliche CO2-Fußabdruck der Stromerzeugung, sowohl global als auch in Deutschland. Zusätzliche elektrische Großverbraucher würden die Klimabilanz kurz- und mittelfristig daher eher verschlechtern als verbessern.
Daneben fallen bei industrieller Elektrifizierung hohe versteckte Kosten für die notwendige lokale und regionale Infrastruktur an. In Fachkreisen gemeinhin anerkannt ist deshalb, dass sowohl die großtechnische Speicherung fluktuierender Stromerzeugung als auch der für die Industrie auch zukünftig unabdingbare Energieimport im Wesentlichen über chemische Energieträger stattfinden muss.
Infrage kommt dafür neben Wasserstoff unter anderem auch Ammoniak, letzteres besonders für den Energieimport aus sonnenreichen Ländern. Die Nutzung chemischer Energieträger zur Beheizung industrieller Prozesse unterliegt stets denselben Zielen: Das Erreichen einer möglichst hohen Energieeffizienz bei gleichzeitig möglichst niedrigen Emissionen unerwünschter Nebenprodukte.
Für die Zielsetzung an sich spielt es dabei keine Rolle, ob Erdgas, Wasserstoff oder Ammoniak verbrannt wird. Für den Weg zum Ziel ist der Brennstoff hingegen entscheidend. Klassische Brennstoffe wie Erdgas sind dank der Erfindungen Wünnings längst gut beherrschbar.
Ein Wirkungsgrad nahe 90% und NOx-Emissionen unter 100 mg/Nm³ sind bei guter Ofenauslegung schon seit vielen Jahren Standard im Produktprogramm seines Unternehmens WS Wärmeprozesstechnik GmbH. Auch Wasserstoff als Energieträger gilt längst als gut beherrschbar. Weitere Entwicklungsarbeit ist jedoch zu leisten für andere neuartige Brennstoffe, insbesondere im Fall der direkten Nutzung von Ammoniak.
Wünnings Erfolge in Zahlen: Erhebliche Energieeinsparung und Emissionsminderung
Allein der heute mit weit über 100.000 WS Brennern ausgestattete globale Anlagenpark spart gegenüber konventioneller Beheizungstechnologie jedes Jahr ca. 15.000 Tonnen NOx und 10 Mio. Tonnen CO2. Um diese Leistung einzuordnen bietet sich ein gut greifbarer Vergleich an: Die jedes Jahr durch WS Produkte global eingesparte Energiemenge übersteigt deutlich die gemeinsame jährliche Erzeugungsleistung der drei zuletzt abgeschalteten deutschen Atomkraftwerke.
So wird auch schnell klar, dass die Lebensleistung Wünnings längst eine politisch relevante Größenordnung erreicht hat. Gemessen an den Emissionsminderungskosten anderer Technologiezweige handelt es sich zudem um ein einfach zu hebendes und vergleichsweise kostengünstiges Potential zur CO2-Reduktion, das zukünftig noch deutlich weiter ausgebaut werden kann.
Mit zunehmender Substitution fossiler Energieträger durch grüne Brennstoffe verbessert sich die CO2-Bilanz der industriellen Beheizung zukünftig weiter. Dennoch entscheiden selbst heute noch manche Unternehmen veraltete Technologie einzusetzen.
Meist, weil fossile Energie trotz aller Unkenrufe weiterhin günstig ist und externe Effekte durch NOx- und CO2-Emissionen nach wie vor aus politischen Gründen nicht vollständig eingepreist werden. Besonders ansehnlich ist dieser Effekt in den Vereinigten Staaten zu belegen. Die größten Erfolge mit energiesparender Technologie feierten Wünnings Unternehmen immer dann, wenn die Energiepreise hoch waren.
Das kam z.B. 2008 vor. Zu den Hochzeiten der Finanzkrise boomte das Geschäft mit hochwertiger Brennertechnologie, weil seinerzeit in USA die Gaspreise auf Rekordniveau lagen. Heute, über 15 Jahre später, kostet das Gas unter anderem aufgrund der Fracking-Technologie und politischer Einflussnahme wieder weniger als ein Viertel des damaligen Preises.
So verlassen sich manche US-Firmen plötzlich wieder auf alt hergebrachte Geschäftsmodelle und setzen auf einfachste und ineffiziente Technologie, die zu günstigen Preisen auf dem Weltmarkt verfügbar ist. Ein Trugschluss, wenn man doch bedenkt, dass die Brennstoffkosten über die Anlagenlebensdauer selbst bei sehr niedrigen Energiepreisen die anfängliche Zusatzinvestition für effizientere Technologie um ein Vielfaches übersteigen.
Ein Effekt, der sich bei sicherlich teureren grünen Brennstoffen zukünftig gar noch vervielfachen dürfte. Wünnings Technologie aus dem Hause WS Wärmeprozesstechnik GmbH ermöglicht es somit auch zukünftig in besonderem Maße positive wirtschaftliche Effekte und Ziele des Umweltschutzes zu vereinen.
Die gesamte WS Gruppe gratuliert mit Stolz und großer Dankbarkeit
Joachim A. Wünnings Karriere umspannt so viele Jahrzehnte wie es kaum einem anderen Erfinder vergönnt ist. Nicht viele Einzelpersonen vermögen es ganze Industriezweige nachhaltig zu prägen und noch dazu die notwendige Leidenschaft bis ins hohe Alter zu erhalten.
Bis zum heutigen Tag brennt Wünning buchstäblich für sein Fach und schafft es so neben herausragender Innovation auch Geist und Körper jung zu halten. Neben seiner erfolgreichen Unternehmensgruppe, die heute annähernd 200 Mitarbeiter beschäftigt, kann Wünning stolz sein auf den enormen positiven gesellschaftlichen Einfluss und die erheblichen Umweltschutzeffekte, die er mit seinem Lebenswerk verantwortet.
Mit Stolz und großer Dankbarkeit gratuliert die gesamte WS Familie dem technischen Vater der preisgekrönten Produkte zur wohlverdienten Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz.
(Quelle: WS Wärmeprozesstechnik GmbH)
Schlagworte
AnlagenAuszeichnungBiogasBrennerCO2CO2-EmissionenDeutschlandEinsparungElektrifizierungEmissionenEnergieEnergieeffizienzEntwicklungErdgasEssenEUGesellschaftHandelHZIMUIndustrieINGInnovationInvestitionKarriereKIKlimaKlimaschutzMessePatentStiftungTechnikTemperaturTransportUmweltUmweltschutzUnternehmenUSAWasserstoffWirtschaftZahlen