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01.04.2025

British Steel prüft Stilllegung von Hochöfen

British Steel wird über die Stilllegung seiner beiden Hochöfen und des Stahlwerks in Scunthorpe sowie über eine Verringerung der Walzwerksproduktion verhandeln. Seit 2020 hat der Anteilseigner von British Steel, Jingye, mehr als 1,2 Mrd. £ investiert, um den Betrieb bei anhaltender Produktionsinstabilität und erheblichen finanziellen Verlusten von rund 700 000 £ pro Tag aufrechtzuerhalten.

Zu den bisherigen Investitionen gehören über 300 Mio. £ in strategische Investitionsprojekte wie ein hochmodernes Servicezentrum für Mastbauteile in Skinningrove, einen Lagerstandort für Schienen und eine neue Stranggießanlage für Rohstahlknüppel.

Dennoch sind die Hochöfen und die Stahlerzeugung aufgrund der äußerst schwierigen Marktbedingungen, der Einführung von Zöllen und der höheren Umweltschutzkosten im Zusammenhang mit der Produktion von Stahl mit hohem Kohlenstoffgehalt finanziell nicht mehr tragfähig. Das Unternehmen hatte die britische Regierung um Unterstützung für eine größere Investition in zwei neue Elektrolichtbogenöfen (EAF) gebeten.

Verhandlungen mit Regierung ohne Einigung

Nach monatelangen Verhandlungen konnte jedoch keine Einigung erzielt werden. Infolgedessen wurde die schwierige Entscheidung getroffen, die Mitarbeiter zu konsultieren und Vorschläge zur Schließung der Hochöfen und des Stahlwerks sowie zur Reduzierung der Walzwerkskapazität zu prüfen.

Das Unternehmen wird ab heute (27. März 2025) eine formelle Konsultation mit der Belegschaft und den Gewerkschaften einleiten. Im Rahmen der Konsultation werden drei Optionen vorgeschlagen:

  1. Schließung der Hochöfen, des Stahlwerks und des Walzwerks Scunthorpe bis Anfang Juni 2025
  2. Schließung der Hochöfen und des Stahlwerks im September 2025
  3. Schließung der Hochöfen und des Stahlwerks zu einem späteren Zeitpunkt nach September 2025 In der Zwischenzeit wird British Steel weiter mit der britischen Regierung die Möglichkeiten für die Zukunft des Unternehmens prüfen.
Enge Zusammenarbeit mit der Belegschaft

Der Vorstandsvorsitzende von British Steel, Zengwei An, kommentierte die Ankündigung mit den Worten:
„Wir wissen, dass dies ein äußerst schwieriger Tag für unsere Mitarbeiter, ihre Familien und alle, die mit British Steel verbunden sind, ist. Aber wir glauben, dass dies eine notwendige Entscheidung ist angesichts der äußerst schwierigen Umstände, denen sich das Unternehmen gegenübersieht. Wir verpflichten uns, in dieser Zeit mit unserer Belegschaft und den Gewerkschaften sowie mit unseren Lieferanten und Kunden zusammenzuarbeiten.“

(Quelle: British Steel)